BASE_camp: Erkenntnisse aus einem ungewöhnlichen Projekt

Eins der schönsten Projekte (dabei mag ich das Wort Projekt noch nicht einmal), das ich entwickeln und betreuen durfte, ist das BASE_camp.

Das BASE_camp von außen

Das BASE_camp von außen

Vor gut zwei Jahren stand mein damaliger Chef in meinem Büro und meinte zu mir: “Stell Dir vor, Du kannst Dir einen Mobilfunkladen backen. Da drin ist alles, was Du für einen Mobilfunkladen der Zukunft als wichtig erachtest. Er muss nicht um 10.00 Uhr morgens öffnen, und er muss nicht um 20.00 Uhr schließen. Er muss nicht so aussehen, wie man ihn bisher kennt. Und er muss nicht aus den konventionellen Bestandteilen eines Mobilfunkladens bestehen. Wenn Du meinst, dass Du verstehst, was ich meine, mach Dich an die Arbeit. Und wenn Du fertig bist, fängst Du wieder von vorne. Du arbeitest so lange, bis Du ein Konzept hast, von dem Du sagst: In diesem Laden möchte ich ganz viel Zeit verbringen.” Ich machte mich an die Arbeit, und nach einigen Schleifen stand am Ende eine Power Point-Präsentation, die ich für ziemlich ambitioniert bzw. unrealistisch hielt. Umso mehr freute ich mich, als wir grünes Licht erhielten, um das Projekt umzusetzen. In weniger als acht Wochen – wobei man nicht unerwähnt lassen darf, dass dazwischen auch noch Weihnachten lag – war es dann fertig: Das BASE_camp 0.1.

BASE_camp 0.1: Fehler führten zur Verbesserung

Wir fingen an, den Raum mit Leben zu füllen und veranstalteten die ersten Events im BASE_camp. Die ersten drei, vier Monate passte das ganz gut. Es kamen zwischen 20 und 50 Leute zu den Veranstaltungen, so dass sich die gut 150 Quadratmeter als die richtige Fläche erwiesen. Nach knapp einem halben Jahr aber begannen die Probleme. Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern, wie im Sommer Sigmar Gabriel als Gast beim UdL Digital Talk war und wir bei knapp 150 Besuchern feststellen mussten, dass der Raum nicht nur zu klein war, sondern auch über keine Klima-Anlage verfügte. Das war der Tag, als wir hinter den Kulissen begannen, über ein neues, anderes, besseres BASE_camp nachzudenken und zu reden.

Das BASE_camp von innen

Das BASE_camp von innen

Es vergingen dieses Mal einige Monate, bis wir im Dezember 2011 die Entscheidung trafen, das BASE_camp 0.1 zu schließen und ein neues BASE_camp zu eröffnen. Wo wir beim ersten Mal aus der Hüfte schossen, nahmen wir uns für das zweite BASE_camp deutlich mehr Zeit. Um zu analyiseren, was gut lief. Und vor allem um die Schwächen zu beseitigen. Im April 2011, drei Monate nach Schließung des ersten BASE_camps, war es dann soweit: Wir öffneten die Türen zum “wohl ungewöhnlichsten Mobilfunkladen der Welt”. Obwohl wir einen Haufen Erkenntnisse aus dem alten BASE_camp in die Planung des neuen einfließen ließen, mussten wir im Laufe des letzten Jahres feststellen, dass es den Zustand der Perfektion nicht gibt. Nach wir vor passen wir das BASE_camp an – an die Bedürfnisse unserer Kunden und an die Entwicklungen im Internet.

Erkenntnisse nach einem Jahr BASE_camp 1.0

In einigen Wochen wird das neue BASE_camp ein Jahr alt. Ich habe schon jetzt einige Fragen bei etailment dazu beantworten dürfen. Unter anderem wurde ich nach einem Resumee gefragt. Meine Antwort dazu lautet: “Wenn Du weißt, dass Du das Richtige tust, stellt sich der Erfolg früher oder später automatisch ein.”

Ich danke allen Beteiligten und denjenigen, die im Hintergrund das BASE_camp ermöglichen. Vor allem denjenigen, die damals und heute den Mut hatten, ein solches Projekt zu beschließen und uns die absolute Freiheit geben, es zu betreiben.

  • http://kaithrun.de/ Kai Thrun

    Lieber Sachar,

    wenn gleich ich auch nur das Base_camp aus der Ferne beobachte, erschließt sich mir endlich, was es ist. Und ich muss zugeben, es klingt sehr interessant. Aber eigentlich hinterlasse ich hier ein paar Zeilen, um Dir zu deiner Aufgabe zu gratulieren – denn die Freude kann man förmlich rauslesen und das finde ich super! :)

    Viele Grüße,
    Kai Thrun

    • sachar

      Hi Kai,

      vielen Dank für die netten Worte. Komm doch beizeiten auf einen Kaffee vorbei – wenn es Dich nach Berlin verschlägt.

  • http://www.facebook.com/gunnar.bender Gunnar Bender

    Und denk immer daran: “Du musst Dich selbst fressen, bevor es die anderen tun” ;)

    • sachar

      Gunnar, kann es sein, dass das Dein erster Kommentar in einem Blog seit 2008 ist? :-)