Sponsoring: Nennt das Kind beim Namen!

Unsere Events werden mit viel Aufwand produziert.

Unsere Events werden mit viel Aufwand produziert.

Die letzten Wochen waren aufregend: Wir hatten mit Philipp Rösler unseren Wirtschaftsminister zu Gast. Er sprach in einem restlos überfüllten BASE_camp über Start-Ups. Und während wir noch dachten, dass das schon ziemlich großartig sei, flatterte uns ein Angebot auf den Tisch: Ob wir Lust hätten, mit John Kerry, dem neuen US-Außenminister ein Event zu machen? Hatten wir. Und machten wir. Innerhalb von drei Werktagen organisierten wir gemeinsam mit facebook und der US-Botschaft ein Townhall-Meeting.

Ist Nennung Schleichwerbung?

Und trotzdem bin ich nicht zufrieden. Was mich konkret stört: Wir können uns nicht über mangelndes Interesse von der Presse beklagen. Bei unserem UdL Digital Talk saßen beim Rösler-Event Vertreter vom Spiegel, vom Tagesspiegel, von der dpa, Gründerszene, Venture Village und einigen anderen Publikationen. Einige der Journalisten und Blogger haben Beiträge verfasst und publiziert. Und einige von ihnen, das ist mein springender Punkt, verzichten darauf zu sagen, in welchem Rahmen und wo sich Rösler äußerte. Dann steht da nirgendwo, dass das Event UdL Digital heißt, dass es im BASE_camp stattfand und dass es von E-Plus initiiert wurde. Warum? Weil Journalisten (ob nun der berichterstattende Redakteur oder der Chef vom Dienst) meinen, dass es nicht richtig sei, dass Unternehmen auf diese Art und Weise Publizität erhalten; es sei fast schon Schleichwerbung.

CSR = Gesellschaftliche Verpflichtung + gute Presse

Ich gebe zu, dass ich mich nicht besonders wohl fühle, wenn ich Fußball schaue und sich der Reporter aus dem easyCredit-Stadion, der AWD- oder der Imtech-Arena meldet. Dann denke ich, dass unsere Welt ganz schön kommerziell geworden ist. Fakt aber ist auch: Ohne die Unternehmen, die bereit sind, sich als Sponsor zu engagieren, würde unsere Welt anders ausschauen. Fußball würden weniger Geld verdienen (damit könnten wir wohl am ehesten umgehen), es würden aber auch viel weniger Veranstaltungen stattfinden. Museen, Galerien und Opernhäuser existieren längst nicht mehr nur, weil sie nicht nur von öffentlicher Hand gefördert werden, sondern auch weil private Unternehmen Millionen und Milliarden in die Hand nehmen. Wir machen das alle, weil wir es als unseren gesellschaftlichen Auftrag verstehen. Und wir machen das auch verdammt noch mal wegen der guten Presse. Ist doch klar. Brauchen wir nicht um den heißen Brei herumzureden.

Wo war John Kerry? Richtig, im BASE_camp.

Wo war John Kerry? Richtig, im BASE_camp.

Wenn also nach unserem Rösler-Event acht Artikel in großen Medien erscheinen und nur in drei von ihnen das Event genannt wird, habe ich ein Problem. Wie soll ich legitimieren, dass wir für so ein Format Geld in die Hand nehmen, wenn hinterher nicht genug Publizität auf uns übergeht? Wenn es blöd läuft, werden wir irgendwann damit aufhören. Schließlich verlangen wir von unseren Besuchern kein Geld. Wir machen die Events, weil sie Teil unserer Arbeit sind. Wir bringen Stakeholder zusammen, bauen Beziehungen auf, stellen das Unternehmen E-Plus Gruppe von einer anderen Seite vor und machen dahingehend PR, dass über die Veranstaltung berichtet wird.

Sponsoring sichert Vielfalt

Journalistische Unabhängigkeit und Pressefreiheit sind hierzulande zum Glück nicht verhandelbar.  Ich finde es großartig, dass sich Unternehmen engagieren und Kommunikationsanlässe schaffen, indem sie Dritte unterstützen. Sie mit einer kleinen Nennung dafür zu „loben“, schadet weder der Presse, noch löst das Ganze einen faden Beigeschmack aus. Es sichert eine kulturelle, gesellschaftliche und auch sportliche Vielfalt.