Der Weg zum TED-Talk

Beim Workshop mit Ole kann man Gedanken ordnen

Beim Workshop mit Ole kann man Gedanken ordnen und an sich arbeiten

Ende 2011 waren meine Kollegen und ich für den Politikaward nominiert. Erstmals gab es die Kategorie Social Media; klar, dass wir uns dafür (mit UdL Digital und dem BASE_camp) bewerben mussten. Uns war bewusst, dass es, wenn wir gewinnen wollten, nicht reichen würde, “nur” unser Konzept zu präsentieren. Das hatten wir in der Vergangenheit schon zu häufig getan. Der Aha-Effekt würde relativ gering ausfallen. Über mehrere Tage hinweg suchten wir nach einem probaten Ansatz – konnten ihn aber nicht finden.

TED-Talk als Lösung

Mein ehemaliger Chef, Gunnar Bender (arbeitet mittlerweile bei facebook), meinte, dass wir uns mal mit Ole Tillmann zusammensetzen sollten. Ole war uns allen nicht persönlich bekannt, aber ein Begriff – als Schauspieler und vor allem als Coach der TEDx-Berlin-Events. Gunnar und ich sind schon lange große Fans der TED-Talks. Was uns dabei stets fasziniert: Die Art und Weise, wie die Vortragenden den Hörer mit auf eine Reise nehmen und ihn Stück für Stück tiefer in die Geschichte ziehen, so dass er sich ihr weder entziehen kann noch möchte. So wollten wir beim Politikaward ebenfalls auftreten. Also trafen wir uns mit Ole Tillmann.

Mir wird bisweilen vorgeworfen, ich würde zu stark mit Übertreibungen als kommunikativem Stilmittel arbeiten. Das mag stimmen, in diesem Fall aber ist es keine Überhöhung, wenn ich sage, dass die Arbeit mit Ole ein erhellendes und für mich bahnbrechendes Erlebnis war. Ole hat uns um seinen großen Tisch gesetzt und meinte, dass wir – ohne jede Wertung – jeder für sich erzählen sollten, warum wir UdL Digital und das BASE_camp ins Leben gerufen haben, was wir uns davon versprechen, welchen Mehrwert wir Menschen damit geben möchten und warum wir glauben, dass wir dafür einen Preis verdienen. Und während wir darüber sinnierten, notierte er sich Punkt um Punkt und stellte uns hinterher Fragen, die uns klar machten, dass die Geschichte, die wir erzählen wollten, längst geschrieben ist. Vor lauter Bäumen haben wir den Wald nicht gesehen.

Tipps vom Profi

Also skizzierte er uns einen möglichen Aufbau und führte mir vor, wie ich diesen präsentieren konnte. Eine seiner Kernaussagen: Ich kann Dir die Geschichte nicht aufschreiben, dann wäre es meine Geschichte. Du solltest sie ebenfalls nicht aufschreiben, denn Geschichten sollten “live” erzählt werden. Du musst spüren, welche Schwerpunkte beim Publikum besser ankommen könnten und sie entsprechend akzentuieren. Interagier stets mit dem Publikum. Sei Deine Geschichte.

Die Arbeit mit Ole hat damals in Summe nur wenige Stunden gedauert, aber sie hat mein Denken und auch mich als Person verändert. Storytelling ist seitdem ein wesentliches Element meiner täglichen Arbeit. Die Fokussierung auf mein Gegenüber nimmt eine wesentlich zentralere Rolle ein. Und schließlich habe ich sehr viel über Körpersprache und Rhetorik gelernt.

Warum ich das alles schreibe? Ich möchte Ole Tillmann nicht nur loben, sondern eine Veranstaltung empfehlen, bei der man für lediglich 50 Euro sehr viel von Ole Tillmann lernen kann. Er wird nämlich am 25. Februar im BASE_camp ein Workshop veranstalten, bei dem die Zuhörer lernen können, was einen guten TED-Talk ausmacht. Das Geld wird komplett an die Sozialhelden von Raul Krauthausen gespendet. Raul selbst wird ebenfalls da sein.

Seitdem wir das BASE_camp Anfang 2011 eröffnet haben, habe ich mich selten so sehr auf ein Event gefreut wie auf dieses hier. Weil ich weiß, dass die Zuhöhrer mit einem riesigen Koffer an Ideen und Inspiration nach Hause gehen und zufrieden sein werden. Und darum geht es doch, oder?

P.S.: Den Preis haben wir übrigens gewonnen.